Atomkraft ist billig, so wird uns diese höchst gefährliche Technologie für gewöhnlich “verkauft”. Und sicher ist sie oben drein, weil es ja Kontrollen gibt, und Deutschland, Frankreich, Japan – je nachdem, wo man gerade ist – ja ein Hoch-Technologie-Land ist.
Alle 10 Jahre kommt es zu einem Super-Gau, soviel ist tatsächlich “sicher” bei der Atomkraft. Ansonsten scheint nur sicher, dass man über die kleineren Unfälle nichts erfährt, noch weniger über Beinahe-Unfälle und noch viel weniger über bei Inspektionen gefundene eklatante Sicherheitsmängel.
Das ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass in den meisten Staaten Systeme etabliert wurden, bei denen sich die Betreibergesellschaften auf die eine oder andere Weise selbst “überwachen”. Die deutschen TV-Anstalten sind dankenswerterweise doch relativ unabhängig und schaffen es immer wieder mal, mit einem Beitrag auf diesen Umstand hinzuweisen – http://www.youtube.com/watch?v=R8K4sJ7YHL4.
Bei den japanischen Medien ist das schon ein bisschen anders, wie uns ebenfalls der deutsche Rundfunk näherbringt – http://www.youtube.com/watch?v=CPQ-AZzL_kA. Da werden die Medien von der Atom-Lobby in finanzieller Abhängigkeit gehalten, damit sie brav das “richtige” sagen und am besten überhaupt nur dann, wenn sie “gefragt” werden.
All das geschieht nur zu einem Zweck, um die Kosten für die Betreibergesellschaft möglichst gering zu halten. Man muss das aus der “richtigen” Perspektive sehen – das geschieht doch alles nur, damit der Strom-Preis für die Kunden möglichst niedrig bleibt
– geilo, da freuen wir uns!
Damit sich etwaige Katasrophen auch ja nicht auf den Strompreis niederschlagen, oder – Gott bewahre – auf die Profite der Shareholder, haftet für solcherlei “Unmöglichkeiten” sinnvollerweise auch der Staat und nicht die Betreibergesellschaften. Obwohl es sich hierbei ohnehin um Körperschaften mit beschränkter Haftung handelt, scheint man hier die Haftungsbeschränkung noch einmal etwas großzügiger auszulegen. Eine Perversion, aber diese Perversion zu berichtigen würde als Lösung für das Problem noch nicht ausreichen.
Wir werden immer wieder Zeugen davon, wie risikofreudig die Betreibergesellschaften ihrem Handwerk nachgehen. Leider kommt es immer erst bei der Katastrophe zu einem Minimum an Transparenz darüber, welche Fahrlässigkeiten und Unterlassungen der Betreibergesellschaften zum Super-Gau geführt haben, und das ja auch nicht aus einem Umdenken heraus, sonder weil man einfach schwer sagen kann “alles in Ordnung”, wenn gerade das Reaktordach mit einem weithin hörbaren Knall versucht hat, sich in eine Erdumlaufbahn zu schießen.
Umdenken wäre zu billig, und irgendwie auch einfach zu teuer. Ein paar Monate, nachdem selbst die ewigen Atom-Befürworter in den Kanon der Atom-Ausstiegsaktivisten eingestimmt haben, ist alles wieder beim Alten. Ökostrogesetze werden ruiniert oder abgeschafft, Laufzeitbeschränkungen verlängert oder zumindest einfach die Goschn gehalten.http://markuskienast.com/?p=149
Ich postuliere, solange das System nicht an einem empfindlichen Punkt getroffen wird, solange man die Spielregeln nicht so verändert, dass ein jeder, der in dieser Industrie arbeitet, zu seinem eigenen Schutz gut daran tun, etwaige Mängel rechtzeitig aufzuzeigen und zu beheben oder im schlimmsten Falle ein Kraftwerk einfach aus dem Verkehr zu nehmen, solange wird der Zyklus des Vergessens, der Ignoranz und des Hochmuts nicht unterbrochen werden können.
Was könnte also so eine Änderung sein? Die Berteibergesellschaften für ALLE etwaigen Folgen ihres Fehlverhaltens haftbar machen. NEIN. Die Gesellschaft wird in den Konkurs geschickt, das Kraftwerk aus der Konkursmasse herausgelöst, orchestriert vom jeweiligen “Grasser” in der Regierung und schon geht es lustig weiter.
Auf die Einsicht der Politik möchte ich eigentlich auch nicht vertrauen. Das wäre, wie einem Bankräuber seine Vermögenswerte zur Verwaltung zu übertragen. Eine Regelung muss her, die tiefer greift. Eine Regelung, die diese Organisationsebene voll Korruption, Kurzsicht und Eigendünkel umschifft und direkt dort ansetzt, wo es weh tut!
Darum fordere ich, dass man gerne noch weiter Atomkraft betreiben dürfen soll, aber erstens dürfen nur solche sich diesem Wagnis stellen, die über ausreichende Vermögenswerte verfügen, um im Falle einer Katastrophe auch etwas zur Beseitigung der Folgen beitragen zu können. Und zweitens dürfen Atomkraftwerke nur mehr von Personengesellschaften betrieben werden, an denen sich nur natürliche Personen beteiligen dürfen und diese selbstverständlich ALLE mit ihrem private Gesamtvermögen auch persönlich haften.
Simple FIX, huge impact!